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International Law

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IRIS2009 - Prof. Manuela Strasser "Wissen ist Macht"

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Einen der Eröffnungsvorträge bei der IRIS2009 hielt wie im Vorjahr Prof. Manuela Strasser. Sie referiert zum Thema "Wissen ist Macht" und beginnt mit der These, das Wissen uns Handlungsvermögen und auch Vermögen verschafft. Es gebe verschiedene Arten der Macht, z.B. Macht über Materie oder Macht über Menschen. Durch die Ausübung von Macht sei nicht nur der Beherrschte von seinem Herrn abhängig; auch der Herr sei in gewisser Hinsicht von seinem Knecht abhängig. Macht sei also angewiesen auf den Adressaten der Macht, benötige die Zustimmung ihrer Adressaten. Macht sei daher keine absolute Gewissheit, sondern nur die Chance, sich durchzusetzen. Wegen der damit einhergehenden Freiheitsbegrenzung sei Macht immer rechtfertigungsbedürftig.

Im weiteren Verlauf unterschied Strasser zwischen verschiedenen Ausprägungen der Macht, nämlich Verletzungsmacht, instrumenteller Macht (der uns allen am meisten vertrauten Alltagsmacht), autoritative Macht sowie der Macht des Datensetztens. Die datensetzende Macht ist eine objektvermittelte Macht. Sie geht einher mit einer Entpersonalisierung der Machtverhältnisse, Formalisierung und Integrierung, also der Verzahnung bestehender Verhältnisse.

In der Vergangenheit sei es gefährlich gewesen, Wissen zu vertreten. Im Ergebnis habe man für lange Zeit nur nach fruchtbringenden aber nicht mehr nach lichtbringenden Erkenntnissen gesucht. Dies habe sich erst mit der Aufklärung geändert. Es habe sich eine institutionalisierte Forschung und Bereitschaft der Gesellschaft entwickelt, Forschungsergebnisse zu akzeptieren und zu nutzen.

In der Neuzeit sei eine Machtverschiebung im Wissens- und Wissenschaftsgefüge zu verzeichnen. Es erfolge eine Rationalisierung und Entzauberung der Wissenschaft. Wissenschaftliche Kenntnisse seien zwar schwer zu erwerben - aber keine Geheimnisse. Mit der Offenheit entstehe ein zunehmendes Legitimationsbedürfnis der Wissenschaft, zu dessen Befriedigung Ethik-Kommissionen eingesetzt, dem Qualitätsmanagement immer größere Bedeutung beigemessen und Evaluierungen durchgeführt würden.

In jüngster Vergangenheit komme es zu einer Veralltäglichung der Macht des Wissens, so würden z.B. immer häufiger Gewohnheiten und Vorlieben erfasst.
Strasser schloss ihren Vortrag mit der Aussage: "Wissen ist Jedermannswissen - oder sollte es sein."

Full post as published by LAWgical on February 26, 2009 (boomark / email).

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