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: Handakte WebLAWgFormfehler
By Handakte
Ein Zufall führte zu einem Artikel über ein texanisches Urteil. Ein Gericht wies demnach soeben die Klage eines Todeskandidaten ab, der den Geschworenen vorwarf, bei ihrer Entscheidung die Bibel konsultiert zu haben.
Khristian Oliver hatte mit drei Komplizen einen Mann getötet. Das Opfer starb durch Schüsse und Schläge mit dem Waffenlauf. In der Bibel steht aber, 4. Buch Mose, 35, 16: “Wer jemand mit einem Eisen schlägt, dass er stirbt, der ist ein Mörder und soll des Todes sterben.” Nun ist ein Waffenlauf aus Eisen, und Olivers Anwälte wollten nachweisen, dass die Geschworenen durch die entsprechende Bibelstelle beeinflusst wurden. Denn in Texas dürfen Geschworene allein aufgrund der im Prozess vorgestellten Beweise entscheiden. Ihrerseits vor einen Richter gestellt, verstrickten sie sich in Widersprüche. Die Richter erklärten, es sei nicht eindeutig erwiesen, dass die Bibel eine wesentliche Rolle spielte.
Offenkundig zielten Olivers Anwälte auf einen Formfehler ab: Schließlich wurde auch geschossen, worauf das 4. Buch Mose keinen Bezug nimmt, wohl aber die US-Gesetzgebung. Die Frage indes, ob es nicht Wahnsinn ist, eine Rechtsprechung aus dem 4. Buch Mose in einem US-Gerichtsverfahren - wo, mit Verlaub, Gesetzbücher zur Hand sind - überhaupt zu erwähnen, kam nicht zur Sprache. Nicht vor Gericht, nicht im Artikel. (…)
Quelle: fr-online vom 26.04.2009
Full post as published by Handakte WebLAWg on April 26, 2009 (boomark / email).








