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: Handakte WebLAWgJustiz-Studie: Warum die Strafe gar nicht so wichtig ist
By Handakte
Der Grundsatz klingt simpel: Wer eine Straftat verübt, sollte verurteilt und bestraft werden. Die Realität sieht anders aus. Seit der Strafrechtsreform von 1969 hat die Zahl der Verfahrenseinstellungen signifikant zugenommen. Eine Studie zeigt, dass aber gerade eine Verurteilung abschreckend wirkt. Die Art der Strafe ist nebensächlich.
Der Grundsatz klingt simpel: Wer eine Straftat verübt, sollte verurteilt und bestraft werden. Die Realität sieht anders aus. Seit der Strafrechtsreform von 1969 hat die Zahl der Verfahrenseinstellungen signifikant zugenommen. Eine Studie zeigt, dass aber gerade eine Verurteilung abschreckend wirkt. Die Art der Strafe ist nebensächlich.
Die Verurteilung eines Straftäters wirkt abschreckender als Art und Härte einer Strafe. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Auftrag gegeben hat und in Berlin vorstellte. Die in Deutschland zunehmende Zahl von Verfahrenseinstellungen führe dagegen tendenziell zu einem Anstieg der Kriminalität, erklärten die für die Studie verantwortlichen Wissenschaftler und forderten eine Überprüfung dieser Politik.
?Strafverfolgung wirkt, und zwar dann, wenn auf die Straftat eine Verurteilung folgt?, sagte der Mainzer Fachhochschul-Professor Hannes Spengler, der gemeinsam mit dem Frankfurter Wissenschaftler Horst Entorf die Studie erstellt hat. Ihre Analyse liefere keine Begründung für härtere Strafgesetze oder mehr und längere Haftstrafen, erklärte Spengler.
Die Studie kommt laut DIW einer Wirkungsbilanz der vor 40 Jahren beschlossenen großen Strafrechtsreform gleich. Die Reform von 1969 habe zu einem tiefgreifenden Wandel in der deutschen Strafverfolgung geführt. Haftstrafen würden seitdem nur noch als letztes Mittel verhängt. Parallel sei der Anteil der Geldstrafen und der zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafen gestiegen.
Quelle: WELT vom 12.03.2009
Full post as published by Handakte WebLAWg on March 13, 2009 (boomark / email).

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